10 Jahre Arbeitsgemeinschaft der bayerischen Fachstellen zur Vermittlung gemeinnütziger Arbeit

Am 01. Oktober 2015 fand im Justizpalast in München die Jubliäumsveranstaltung der AGV statt.
Bayerns Justizminister Prof. Dr. Bausback gratulierte hierbei der AGV zu Ihrem 10 jährigen Bestehen und lobte gleichzeitig deren „wertvolle Dienste für die bayerische Justiz und unsere Gesellschaft“, die die AGV mit der Vermittlung in gemeinnützige Arbeit leistet.

Neben dem Grußwort des Staatsministers Bausback wurden die Einsatzstellen, in denen gemeinnützige Arbeit geleistet wird, in den Fokus gerückt. Diese stellen einen wichtigen Kooperationspartner für die Fachstellen dar. Hierzu wurde pro Vermittlungsstelle, stellvertretend für viele verdiente Einsatzstellen jeweils eine Person für ihr außergewöhnliches und freiwilliges Engagement durch Herrn Prof. Dr. Bausback persönlich geehrt.

Erstmalig wurden bayernweit über tausend Einsatzstellen zum gesellschaftlichen Mehrwert der gemeinnützigen Arbeit befragt. Anlässlich des Jubiläums wurden die Ergebnisse der AGV Umfrage in München präsentiert. Die Ergebnisse zum nachlesen finden sie hier.

Die AGV bedankt sich bei allen Verantwortlichen und Mitwirkenden für diese gelungene Veranstaltung.

Herzlich Willkommen

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Die Arbeitsgemeinschaft der bayerischen Fachstellen zur Vermittlung gemeinnütziger Arbeit (AGV) ist ein Zusammenschluss von Trägern, die gemeinnützige Arbeit aufgrund von staatsanwaltschaftlicher oder richterlicher Auflagen und Weisungen vermitteln, koordinieren oder selbst anleiten.

423 Jahre Gefängnis werden jährlich durch Arbeit ersetzt

Diesen Beitrag leistet die Arbeitsgemeinschaft der bayerischen Fachstellen zur Vermittlung gemeinnütziger Arbeit (AGV) welche in diesem Jahr ihr fünfjähriges Bestehen feiert.

Wer nicht zahlen kann sitzt – so lautet in der Regel die Konsequenz für mittellose Geldstrafenschuldner. Mit dem Projekt „Schwitzen statt sitzen“ ermöglicht die bayerische Justiz den Bürgern in Geldnot dem Gefängnis zu entgehen. Aber wie?
Wer nicht in der Lage ist, seine Geldstrafe zu bezahlen, wird in gemeinnützige Arbeit vermittelt. Einsatzstellen gibt es bei vielen sozialen oder öffentlichen Einrichtungen wie Altenheimen, Kindergärten, Sportanlagen oder Pfarreien. Dieser Aufgabe haben sich 16 Vermittlungsstellen aus allen Teilen Bayerns angenommen. Seit fünf Jahren arbeiten die Fachstellen der Arbeitsgemeinschaft (AGV) nach gleichen Standards und erheben eine einheitliche Statistik. Die Sprecherin Fr. Hilde Kugler vom Treffpunkt e.V. in Nürnberg: „Die AGV hat sich als verlässlicher Partner der Justiz und für die Einsatzstellen etabliert.“

Mit fast 1 Mio Arbeitsstunden statt Haft leisten Geldstrafenschuldner jährlich einen erheblichen Beitrag zur Zivilgesellschaft. Unterstützung erfahren die Fachstellen auch von höchster Ebene. Justizministerin Merk: „Das Projekt ‚Schwitzen statt Sitzen’ ist ein großer Erfolg“, wovon alle profitieren: „Der Verurteilte bleibt in Freiheit, leistet Arbeit für einen guten Zweck und der Staat spart Haftkosten.“

Mit diesem Erfolg sollen nun nach Wunsch zahlreicher Amtsrichter die Fachstellen auch die Arbeitsauflagen im Rahmen der Bewährungsstrafen vermitteln und kontrollieren. Das Problem dabei ist wie so oft die Finanzierung, denn als freie Träger müssen die Vereine bislang ohne regelmäßige öffentliche Unterstützung auskommen. Ein großer Wunsch der AGV für die nächsten fünf Jahre ist es, für diesen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag nicht nur das Lob, sondern auch eine stabile Finanzierung aus dem bayerischen Staatshaushalt zu erhalten.